Digital Detox: So schützt du unser Klima!

Digital Detox: So schützt du unser Klima!

Fragt man seine Freunde und Bekannten nach den größten Klimasündern der heutigen Zeit, so haben die meisten gleich mehrere Antworten parat. Während die einen den enormen Fleischkonsum als Hauptgrund für die Klimakrise ausgemacht haben, machen andere den stetig steigenden Auto- und Flugverkehr dafür verantwortlich. Wieder andere sehen in nicht erneuerbaren Energien und Atommüllendlagern die Hauptschuldigen des menschgemachten Klimawandels. Dem Facettenreichtum sind jedenfalls (fast) keine Grenzen gesetzt. Doch auf eine besondere Antwort wartet man zumeist vergebens. Denn nur die wenigsten machen sich Gedanken, welche Auswirkungen der übermäßige digitale Konsum auf unser Klima hat.

Kampf gegen den Klimawandel

Eine Frau, die sich darüber sehr wohl den Kopf zerbricht ist Margerethe Vestager. Ihres Zeichens Vizepräsidentin der EU-Kommission und Kommissarin für Digitales. Laut Vestager ist der hohe Energieverbrauch im Zuge der stetig zunehmenden Internet-Nutzung eine der größten Herausforderungen für das Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Diese Aussage mag im ersten Augenblick etwas übertrieben klingen. Doch wenn man sich mit dieser Thematik intensiv auseinandersetzt, muss weniger von einer Übertreibung als eher von nüchternem Realismus die Rede sein.

Übermäßige Internet-Nutzung schädlicher als Flugreisen

Eine viel beachtete Studie des französischen Think Tanks „The Shift Project“ aus dem Jahr 2019 versucht die Folgen der Digitalisierung auf das Klima zu veranschaulichen. Die Forscher erklären, dass der überbordende digitale Konsum der Menschheit fatale Folgen für den Energieverbrauch und den Verbrauch von Rohstoffen mit sich bringt. Vor allem die Dynamik, mit der sich der Energieverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnologien in die Höhe schraubt, ist bedenklich. Denn jährlich steigt der Energieverbrauch dieser Branche um neun Prozent. Darüber hinaus hat sich der Anteil digitaler Technologien am globalen Treibhausgaseffekt seit 2013 von 2,5 auf 3,7 Prozent massiv erhöht. Im Vergleich dazu ist die zivile Luftfahrt mit einem Anteil von 2 Prozent fast halb so schädlich. Übermäßige Internetnutzung ist laut dieser Studie also klimaschädlicher als das Fliegen. Doch die wenigsten Menschen haben das auf dem Schirm.

Noch heute aktiv werden

Wer also noch heute etwas für unser stark belastetes Klima unternehmen möchte, der kann jetzt bei sich selbst beginnen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Veränderungen im Kleinen beginnen. Jeder und jede Einzelne muss sich im Klaren darüber sein, dass übermäßiger digitaler Konsum äußerst unerwünschte Folgen für unsere Umwelt hat. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte man sich Gedanken machen, ob man wirklich etwas verpasst, wenn man gewisse Serien nicht streamt oder sich nicht von unzähligen Stories bekannter Influencer berieseln lässt. Legt das Handy weg und unternehmt etwas an der frischen Luft, lest ein spannendes Buch und erzählt euren Freunden, wie ihr dem Klimawandel entgegenwirkt. Damit bei der Frage nach den größten Klimasündern der heutigen Zeit in Zukunft auch der digitale Konsum unserer Gesellschaft berücksichtigt wird.

 

Quellen:

https://www.zeit.de/digital/internet/2019-12/klimawandel-stromverbrauch-internet-margrethe-vestager (zugegriffen am 29.5.2020)

https://theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf (zugegriffen am 29.5.2020)


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