Influencer Fails: Königssee

Influencer Fails: Königssee

Wir Outfluencer fordern euch immer wieder dazu auf euren Handy-Konsum zu hinterfragen und mehr Zeit in der Natur und im Freien zu verbringen. Doch wir wünschen uns, dass nicht nur das Smartphone, sondern auch die Natur nachhaltig genutzt wird. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen euch daran zu erinnern wie man sich in der Natur richtig und respektvoll verhält. Außerdem wollen wir Beispiele anführen, die zeigen, welche negativen Auswirkungen der Hype um das „perfekte Bild“ auf Instagram und Co. haben kann.

Der Königsee in Bayern war in letzter Zeit vermehrt im Blickpunkt der öffentlichen Berichterstattung. Grund dafür sind die wunderschönen Naturpools des Königsbachs, die sich hoch über dem See befinden. Lange Zeit wussten nur einige Einheimische und Ortskundige über diesen secret Spot Bescheid. Doch in den vergangenen Jahren wurde auch die Influencer-Community auf die Naturgumpen aufmerksam. Und damit begannen die Probleme. Das Fotomotiv erfreute sich größter Beliebtheit und ging in den sozialen Medien viral. Immer mehr Menschen bahnten sich den gefährlichen und unbefestigten Weg zu diesem abgelegenen Ort. Die Influencer hinterließen nicht nur ihren Müll auf dem Weg, sondern missachteten auch Schilder, die auf die Gefährlichkeit des Weges und der Gumpen hinweisen.

Tragisches Unglück bleibt folgenlos

Das wurde bereits einigen Unbelehrbaren zum Verhängnis. Immer öfter muss die Wasserwacht und Bergrettung ausrücken, um verletzte Influencer zu retten. Dabei begeben sich die Retter oftmals selbst in Gefahr. Der traurige Höhepunkt ereignete sich dann im April 2019: Zwei junge Männer fallen in der Nähe eines beliebten Fotospots ins Wasser und ertrinken. Wer aber glaubt, dass dieser schreckliche Vorfall die Menschen zum Umdenken bewegt hat, der irrt sich gewaltig.

Anhaltender Hype sorgt für Unmut

Denn der Hype um den Infinity-Pool am Königssee riss nicht ab. Im Gegenteil: Nicht nur Blogger und Influencer kamen weiterhin, sondern auch ganz normale User – trotz immer häufiger werdenden Unfällen und Warnungen der Nationalparkvertreter. Im Juni postete dann die 25-jährige Influencerin Yvonne Pferrer mit 1,3 Millionen Instagram-Followern ein Bild, das sie in besagtem Naturpool weit über dem See zeigt. Damit löste sie erneut heftige Diskussionen aus.

Denn mit ihrem Posting wird der besondere Ort erneut in den Fokus der Instagram-Community gerückt. Der Nationalpark Berchtesgarden fürchtet, dass viele Follower durch das Verhalten des Instagram-Stars erneut auf den abgelegenen Ort aufmerksam werden und sich dorthin begeben. Doch das scheint Pferrer nicht sonderlich zu interessieren. Denn auf die Bitte der Nationalparkvertreter das Bild aus dem Netz zu nehmen reagiert sie nicht. Das Foto ist noch heute (Stand 31.8.2020) auf Instagram zu sehen und hat fast 86.000 Likes.

Don´t follow the hype!

Ereignisse wie dieses zeigen, dass viele Influencer ihre Reichweite oft nicht sinnvoll nutzen. Anstatt relevante gesellschaftliche Themen wie in diesem Fall den Schutz der Natur anzusprechen, stehen für einige Instagram-Stars Likes und Profitmaximierung im Vordergrund. Denn mit ihren Postings befeuern sie die Problematik weiter und sorgen dafür, dass aus dem versteckten Naturjuwel ein überlaufener Influencer-Hotspot wird. Unser Tipp: Wenn man selbst solche wunderschönen Orte aufsucht sollte man einfach den Moment genießen anstatt sich dem Hype um das perfekte Bild hinzugeben.


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