Buchempfehlung: Während die Welt schlief von Susan Abulhawa

Buchempfehlung: Während die Welt schlief von Susan Abulhawa

Bereits im Jahr 2006 erschien Susan Abulhawas Debütroman „Während die Welt schlief“. Doch der internationale Bestseller, der in über 20 Sprachen übersetzt wurde, hat bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Auf 431 Seiten erzählt sie das mitreißende Schicksal einer palästinensischen Familie, die aus ihrer Heimat deportiert wird. Geprägt ist das Buch vom Konflikt zwischen Israel und Palästina, der bis heute anhält.

Als die arabischen Bürger Ein Hods 1948 von israelischen Soldaten vertrieben werden, ändert sich ihr Leben für immer. Denn durch die Gründung des Staates Israels verlieren sie unwiederbringlich ihre Heimat, in der ihre Vorfahren schon seit dem Jahr 1189 lebten. Fortan spielt sich die Geschichte im Flüchtlingslager in Jenin ab. Statt Mittlermeerduft, Feigenbäumen und Olivenhainen sind fortan Gewalt und Unterdrückung täglicher Wegbegleiter. In dieser Zeit der Veränderungen wird Hauptcharakter Amal im Jahre 1955 geboren. Das Mädchen wächst in ärmlichen Verhältnissen in einer Blechhütte mit ihrem Bruder Yussuf und ihren Eltern Dalia und Hasan auf. Doch trotz der schwierigen Zeiten, in der israelische Angriffe und Repressalien an der Tagesordnung sind, hat sie eine erfüllte Kindheit. Ihr Vater liest ihr Gedichte von großen Künstlern vor, gemeinsam mit ihrer Freundin Huda macht sie das Lager unsicher und der alte Greis Haj Salim erzählt den Kindern Geschichten von ihrer verlorenen Heimat.

Doch Amal bleibt nicht ewig im Flüchtlingslager. Ihr abenteuerlicher Weg führt sie in ein Waisenhaus und später in die USA. Dort kapselt sie sich zunehmend ab und versucht die teils grausamen Erlebnisse zu vergessen. Aber ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Und spätestens als sie ihren Bruder Yussuf in einem anderen Flüchtlingslager in Beirut besucht, taucht sie wieder in ihr altes Leben ein. Wird es Amal hier gelingen, ihren Frieden mit dem Geschehenen zu finden und endlich ein erfülltes Leben zu führen?

Abulhawa erzählt in diesem Roman die unglaubliche Geschichte palästinensischer Flüchtlinge. Und obwohl die Figuren Fiktion sind, wie sie selbst sagt, ist die Hintergrundgeschichte bittere Realität. Die Autorin vermittelt aber keinen Hass und Rachegelüste, sondern versucht trotz aller Ungerechtigkeiten Hoffnung und Frieden zu verbreiten. Nichtsdestotrotz arbeitet sie die historischen Vorkommnisse, die vielen jungen Menschen noch immer nicht bekannt sind, schonungslos auf. Tatsächliche stattgefundene historische Ereignisse wie die Ermordung des schwedischen Vermittlers Graf Folke Bernadotte oder das Massaker von Sabra und Shatila werten das Buch weiter auf. All das verpackt sie in einer fesselnden Story, die einem den Atem raubt. Ein Buch, das zur Pflichtlektüre all jener gehören sollte, die sich für die Hintergründe des Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis interessieren.


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