Buchempfehlung: Der Würfel von Bijan Moini

Buchempfehlung: Der Würfel von Bijan Moini

In seinem 2019 erschienen Bestseller-Roman „Der Würfel“ wagt der Bürgerrechtler und Journalist Bijan Moini einen Blick in die Zukunft. Auf 405 Seiten erzählt er die Geschichte von Protagonist Taso, der in einer vollkommen überwachten Welt um seine Rechte kämpft.

In dieser Welt beherrscht ein Algorithmus, der den Menschen das Leben erleichtern soll, den Alltag. Der Würfel, wie dieser Algorithmus im Buch genannt wird, verhindert Arbeitslosigkeit Armut und Kriminalität und ermöglicht allen Bürgern ein scheinbar sorgenloses Leben. Doch unter all den positiven Errungenschaften leiden vor allem die Privatsphäre und die Grundrechte der Menschen. Der 28-jährige Taso versucht sich diesem System bewusst zu entziehen. Der Preis dafür ist allerdings hoch. Durch den Boykott des Algorithmus isoliert er sich zunehmend. Freunde und Bekannte wenden sich ab und auch die eigene Familie sieht in ihm einen altmodischen Schwarzmaler. Doch gerade als sich Taso politisch gegen den Würfel engagieren will, verliebt er sich Hals über Kopf in eine junge Frau, die sich voll und ganz der Totalüberwachung des Würfels hingeben will. Das stellt ihn vor die schwierigste Entscheidung seines Lebens. Verrät er seine Prinzipien, oder schließt er sich dem Kampf gegen die Beraubung der Freiheit an?

Bijan Moini gelingt mit diesem Roman etwas Einzigartiges. Geschickt schafft er es, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen zu lassen. Denn was Moini in seinem Buch beschreibt ist in vielen Teilen keinesfalls Zukunftsmusik, sondern schon heute Usus. Das ist beklemmend und sorgt dafür, dass man sich voll mit dem Protagonisten identifiziert und mit ihm mitfiebert. Wer dieses Buch liest, sollte sich auf keine seichte Unterhaltungslektüre einstellen. Vielmehr regt es zum kritischen Nachdenken über die mit dem digitalen Wandel einhergehenden Veränderungen an. Eine Pflichtlektüre für alle freiheitsliebenden Menschen.

 


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