Warum Likes und Follower fast alle Menschen süchtig machen

Warum Likes und Follower fast alle Menschen süchtig machen

Eine bahnbrechende Idee

Wir schreiben das Jahr 2007. Findige Facebook-Mitarbeiter haben eine revolutionäre Idee und werden bei Mark Zuckerberg vorstellig. Sie wollen den heute kaum mehr wegzudenkenden „Like-Button“ einführen. Doch Zuckerberg ist alles andere als begeistert – ganze zwei Jahre dauert es, um ihn von dieser Idee zu überzeugen. Am 9. Februar 2009 ist es dann aber so weit, der „Like-Button“ wird eingeführt und ist seitdem kaum mehr wegzudenken. Nur ein Jahr später führt YouTube den Like-Button ein. Und auch die 2010 erschienene Foto-Sharing-Plattform Instagram wäre ohne die roten Herzen wohl nie so populär geworden.

Doch weshalb erfreuen sich Likes, Herzen und andere positive Reaktionen jeglicher Art solch großer Beliebtheit? Jeder, der selbst bei Facebook, Instagram und Co. angemeldet ist weiß, wie es sich anfühlt ein „Like“ zu bekommen. Man ist glücklich und zufrieden und hofft zugleich von so vielen Menschen wie möglich ein positives Feedback zu bekommen. Man kann einfach nicht genug davon kriegen. Dieses Glücksgefühl kennen wir alle nur zu gut. Bleibt nur die Frage, warum wir so auf die Likes und Herzen abfahren.

Die Jagd nach Dopamin

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das vor allem mit dem Nervenbotenstoff Dopamin zusammenhängt. Dieses Glückshormon ist für die Kommunikation der Nervenzellen untereinander zuständig. In bestimmten Schaltkreisen vermittelt es positive Gefühlserlebnisse. Dopamin wird beispielsweise freigesetzt, wenn Menschen Drogen konsumieren, Sex haben oder eben ein positives Feedback in Form eines „Likes“ bekommen.

"Bei Social Media geht es mehr um Soziologie und Psychologie als um Technologie." - Brian Solis

Das führt in weiterer Folge dazu, dass wir uns allmählich an die Dopamin-Schübe in Form von Likes gewöhnen – das Handy mutiert zum stetigen Dopamin-Erzeuger in unserer Hosentasche. Um unser Hirn zufrieden zu stellen brauchen wir immer mehr positives Feedback. Wenn wir das nicht bekommen, werden wir unzufrieden und unglücklich. Mit gesteigertem Konsum versuchen wir noch mehr Likes zu generieren, um wieder fröhlicher zu werden. Doch dieser Versuch geht meist nach hinten los und führt lediglich dazu, dass die Social Media Nutzung rapide zunimmt. Glücklicher werden wird dadurch aber nicht.

Soziale Medien haben großes Suchtpotenzial

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass fünf bis zehn Prozent der Internet-User süchtig sind und nicht mehr kontrollieren können, wie viel Zeit sie im Internet verbringen. Forscher haben zudem bewiesen, dass bei ausufernder Social Media Nutzung dieselben Regionen im Hirn aktiviert werden wie bei Spielsüchtigen und Junkies. Man kann einen eindeutigen negativen Wandel in jenen Bereichen des Hirns erkennen, die unsere Emotionen, unsere Aufmerksamkeit und unsere Entscheidungen im Allgemeinen beeinflussen.

Zeitlimits als digitaler Helfer

Das liest sich alles ziemlich furchteinflößend. Doch Experten der University of Pennsylvania betonen auch, dass die negativen Auswirkungen von Social Media mit einfachen Mitteln egalisiert werden können. Wenn man sich selbst zeitliche Limits setzt und nicht zu lange am Smartphone klebt kann man durchaus die positiven Aspekte der sozialen Netzwerke genießen. Man kann mit Freunden in Kontakt bleiben und mit Menschen auf dem ganzen Globus kommunizieren. Wenn man es aber übertreibt und sich nicht mehr von seinem Gerät lösen kann, überwiegen die negativen Folgen. Das sollte uns allen endlich bewusst werden.

 

Quellen:

https://medium.com/swlh/likes-on-social-media-87bfff679602 

https://www.netdoktor.de/medikamente/dopamin/

https://www.psychologicalscience.org/news/releases/social-media-likes-impact-teens-brains-and-behavior.html 

https://now.northropgrumman.com/this-is-your-brain-on-instagram-effects-of-social-media-on-the-brain/

https://ed.ted.com/featured/qQzsdX2Y#watch 

https://now.northropgrumman.com/this-is-your-brain-on-instagram-effects-of-social-media-on-the-brain/ 


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